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EINWÄNDE – Kritische Fragen an Dr. Sroka

Wenn Menschen zum ersten Mal mit Dr. Srokas Thesen in Berührung kommen, haben sie oftmals kritische Fragen. Denn Vieles von dem, was Dr. Sroka sagt, widerspricht dem „allgemeinen Wissen“ und dem vorherrschenden Denken, wie es uns in den meisten Krankenhäusern und Arztpraxen und in den Medien begegnet. Im Folgenden geht Dr. Sroka in einem beispielhaften Gespräch auf einige dieser Einwände und kritischen Fragen ein.

FRAGE: Ich habe mich mit Ihren Ausführungen und speziell mit Ihrem Ärztlichen Manifest befasst und stelle mir die Frage, ob Sie in Ihrer Kritik nicht vielleicht deutlich überziehen. Eigentlich schade. Denn mit Sicherheit gibt es an der gegenwärtigen herzmedizinischen Praxis viel zu kritisieren. Es werden viel zu viele Katheter geschoben und es geht bestimmt oft nicht nur um das Wohl der Patienten, sondern häufig stehen ökonomische Interessen im Vordergrund. Manchmal geht es dabei um die Existenz ganzer Krankenhäuser. Aber grundsätzlich sind Herzkatheter und Stents doch richtig und ein Segen, weil damit die bedrohlichen schweren koronaren Stenosen (Kranzgefäßverengungen) aus der Welt geschafft werden, oder nicht?

Dr. Sroka: Ich verfolge seit langem die wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema Herzkatheter. Seit 20 Jahren ist in diesen Studien hinreichend belegt: Katheter und Stent verhüten keinen Infarkt und verlängern kein Leben. Ich darf ein Beispiel geben:

2007 wurde „COURAGE“, eine große Studie zu diesem Thema, veröffentlicht. 2.000 Herzpatienten mit schweren koronaren Gefäßverschlüssen wurden aufgeteilt: 1.000 wurden mit Katheter und Stent behandelt, die anderen 1.000 lebten weiter mit ihren hochgradigen Engpässen in den Kranzgefäßen. Die zusätzliche medikamentöse Behandlung war identisch in beiden Gruppen. Diese Studie lief über knapp fünf Jahre und wurde an 50 kardiologischen Zentren der USA und Kanada durchgeführt.

Nach fünf Jahren war die Zahl der Todesfälle in beiden Gruppen identisch. Ob ausgestattet mit Stents, durch die das Blut pulsierte oder mit annähernd verschlossenen Gefäßen, in beiden Gruppen überlebten gleich viele Patienten. Der Katheter-Eingriff konnte also die Lebenserwartung der Patienten nicht verbessern. Auch die Häufigkeit an Herzinfarkten und Schlaganfällen zeigte keine Unterschiede.

Die noch größere aktuelle Studie von 2019, „ISCHEMIA“, kommt exakt zu den gleichen Resultaten. Das heißt doch, dass die Bedeutung der Kranzgefäßverschlüsse hochgradig überschätzt wird.

FRAGE: Sie meinen wirklich, dass ein verschlossenes Kranzgefäß keinen Infarkt auslöst?

Dr. Sroka: Ganz richtig. Ein enges Netz an Blutgefäßen durchzieht das gesamte Herz. Die drei großen Kranzgefäße sind nicht voneinander isoliert, wie allgemein angenommen, sondern sie sind über zahllose Querverbindungen miteinander verbunden. Das zeige ich im Manifest an verschiedenen anatomischen Bildern. Der unerwartete Gefäßreichtum im gesamten Herzen kommt für unsere Augen völlig überraschend, denn in den Skizzen der Kardiologen ist davon nichts zu erkennen.

Dieses umfangreiche Gefäß-Netz ist der Grund dafür, dass Kranzgefäß-Verschlüsse folgenlos bleiben. Das Blut wird über die zahllosen Querverbindungen und Umgehungsgefäße problemlos um alle Engpässe herumgeführt. Eine hochgradige Gefäßverengung behindert nicht die Durchblutung des Herzmuskels und ein kompletter Verschluss bleibt folgenlos.

Genau dies demonstriere ich auch an einer Reihe von Herzkatheter-Filmen. Der koronare Blutstrom wird durch schwere und schwerste Stenosen nicht behindert. Wie diesen Filmsequenzen im Manifest zu entnehmen ist, fließt das Blut hinter den schweren Stenosen völlig ungehindert so, als würde es diese Hindernisse überhaupt nicht geben. Stents können daran nichts verbessern.

FRAGE: Sie sagen, dass Katheter und Stent kein Leben retten und keinen Infarkt verhüten?

Dr. Sroka: Nicht „ich“ sage das, sondern es handelt sich dabei um die Ergebnisse der wissenschaftlichen Studien, die zu diesem Thema durchgeführt worden sind.

FRAGE: Aber wie sieht es denn im Fall eines akuten Herzinfarkts aus? Das ist doch wohl wissenschaftliches Allgemeingut, dass der sofortige Einsatz eines Herzkatheters bei einem Herzinfarkt lebensrettend wirkt.

Dr. Sroka: Es gibt einzelne Studien, die dies nahelegen. Die einzige Analyse, die alle diesbezüglichen großen Studien zusammenfasst, kam zu einem anderen Ergebnis. Sie zeigte auch, dass der sofortige Einsatz von Herzkatheter, Stent und auch Bypass-OP bei drohendem Herzinfarkt keinen lebensverlängernden Effekt hat. Diese Analyse ergab außerdem, dass das Risiko, im ersten Jahr nach dem Ereignis zu sterben oder einen nicht tödlichen Herzinfarkt zu erleiden, durch den frühzeitigen Einsatz eines Herzkatheters nicht gesenkt wird.

FRAGE: Aber jeder weiß doch, dass schwere Kranzgefäßstenosen ein großes Risiko sind und dass ein kompletter Kranzgefäßverschluss einen Herzinfarkt auslöst. Das ist Teil unseres Allgemeinwissens. Und es wird Ihnen nicht gelingen, dies aus den Köpfen zu vertreiben. Dieses Wissen wird täglich dadurch bestätigt, dass rund um den Globus Katheter-Eingriffe und Bypass-OPs durchgeführt werden, um genau dies zu erreichen, nämlich einen Herzinfarkt zu verhindern.

Dr. Sroka: Meine Kritik an diesen vorherrschenden Überzeugungen folgt den Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen. Und diese Resultate widersprechen allerdings der festgesetzten allgemeinen Meinung. Ich möchte nur, dass die herzmedizinische Praxis unserer Tage den wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung trägt und ihnen folgt – eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

FRAGE: Aber wenn es so selbstverständlich ist, warum wird es denn dann nicht auch gemacht?

Dr. Sroka: Die Umsetzung dieser Selbstverständlichkeit stößt auf heftigen Gegenwind von Seiten der Akteure und der Industrie. Das Arbeitsfeld von Herzkatheter und Stent würde drastisch beschnitten werden. Es geht dabei um sehr viel Geld. Es würde sehr helfen, wenn eine öffentliche Diskussion zu diesem Thema angestoßen werden würde, bei der beide Seiten zu Wort kämen. Wenn „Katheter-Kardiologen“ und ihre Kritiker sich auseinandersetzten und wenn dieser Dissens in Zeitungen, Zeitschriften und anderen Medien ausgetragen werden würde.

Vielleicht würde eine solche Diskussion nicht folgenlos bleiben. Die Versicherten könnten aufmerksam werden, wenn Sie hören, dass Katheter und Stent nachgewiesenermaßen nicht vor einem Infarkt schützen und nicht das Leben verlängern. Dann könnten sie fragen, ob sich die Unsummen, die für die Katheter-Praxis ausgegeben werden, nicht anders und sinnvoller verwenden ließen. Und mancher Patient würde es womöglich danken, wenn ihm anstelle eines Herzkatheter-Eingriffs ein bewährtes herzschützendes Medikament verabfolgt wird.

Published inAllgemein

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