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Der Skandal

So oder so ähnlich sehen die Skizzen aus, die den Patienten nach einem Herzkatheter präsentiert werden. Wir sehen drei Kranzarterien, die nebeneinander, ohne Verbindung zueinander, den Herzmuskel mit Blut versorgen. Stellt man sich nun vor, dass sich eins dieser Kranzgefäße verschließt, dann erscheint es nur logisch, dass der Herzmuskel im Bereich dieser Ader nicht mehr durchblutet wird und es zu einem Herzinfarkt kommt.

Genau das suggeriert eine solche Skizze. Allerdings geht sie völlig an der Wirklichkeit vorbei. Die Realität sieht nämlich ganz anders aus:

Photo published with permission by Deborah Abrams Kaplan

In Wahrheit sind die drei Kranzarterien nicht so strikt voneinander getrennt, wie es im Lehrbuchmodell behauptet wird. Wie klar zu erkennen ist, verzweigt sich jedes Kranzgefäß in einem umfangreichen Gefäßbaum, und alle drei Kranzarterien sind über zahllose Querverbindungen miteinander verbunden. Dieses enge Netz an feinen Gefäßen durchzieht das gesamte Herz.

Wenn sich nun also eine hochgradige Verengung in einem der Kranzgefäße bildet, dann wird das Blut problemlos um diesen Engpass herumgeführt. Ein solches umfassendes und effektives Sicherungssystem gibt es nur im Herzmuskel. Es ist ein lebensnotwendiger Schutz, der vom Patienten aktiv gestärkt werden kann!

Schauen Sie sich dazu gerne auch meinen Film zu diesem Thema an:

Der Skandal besteht nun darin, dass dieses Sicherungssystem im Herzmuskel in der alltäglichen kardiologischen Praxis ignoriert wird. Und das hat natürlich System. Wenn akzeptiert würde, dass ein Kranzgefäßverschluss die Durchblutung überhaupt nicht behindert, dann machten Katheter, Stent und Bypass kaum noch einen Sinn. Dann müsste dieser von starken ökonomischen Interessen getriebene therapeutische Weg als Sackgasse erkannt und verlassen werden. Es wäre zum Wohl der Patienten. Doch leider fehlt dazu jegliche Bereitschaft.

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